Innovationspark Zürich


KUNDE IPZ Property AG

PARTNER Mulder Zonderland GmbH, Afri Schweiz AG

BEREICH Kreislaufwirtschaft, Landschaftsarchitektur, Produktdesign

LEISTUNG Konzeption Grauwassernutzung, Fachplanung Fassadenbegrünung

STATUS Selektiver Wettbewerb 2023, 1. Platz Typologie FLEX und 2. Platz Typologie MHUB

  • In den denkmalgeschützten Flugzeughallen des Flugplatzes Dübendorf entwickelt sich der Innovationspark Zürich zu einem urbanen Campus für Forscher und die Öffentlichkeit. In Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Mulder Zonderland entstand ein Architekturentwurf, der sich primär auf effiziente, zirkuläre Stoffkreisläufe fokussiert. Das übergreifende Grauwasserkonzept zur Nutzung von Regen- und Abwasser stellt dabei einen wesentlichen Innovationsbeitrag dar. Durch die Stoffstromtrennung von anfallendem Grauwasser können ungenutzte Ressourcen und deren Inhaltsstoffe über ein ausgearbeitetes Fassadenbegrünungssystem zirkulär nutzbar gemacht werden.

    Als Teil des integralen, neuartigen Sanitärsystems (NASS) ermöglicht das Fassadenbegrünungssystem die Grauwassertrennung, -aufbereitung sowie -nutzung. Die Wiederverwendung von Wasser- und (Nähr-)Stoffströmen findet dabei durch die Gelbwassertrennung (Urinseparierung) sowie die Aufbereitung und Gewinnung von Dünger (Stickstoff und Phosphor) statt. Die Aufbereitung und Wiederverwendung des Grauwassers erfolgt über die in die Gebäudefassade integrierten Pflanzenflächen, welche mit funktionsbezogenen Pflanzenarten ausgestattet sind. Mittels Pumpen wird das Grauwasser durch ein eigens hergestelltes Verteilsystem geschossweise zu den einzelnen Bepflanzungmodulen gefördert, welche in ihrer Vielzahl ein vertikal durchflossenes Filtersystem ergeben. Mikrobiologische Aktivitäten im Wurzelbereich der Pflanzen ermöglichten eine natürliche Filtration des Abwassers.

    Durch die Kreislaufeinbindung des Grauwassers in gebäudetechnische Abläufe und dessen Verwendung zur Bewässerung der Fassadenbegrünung wird eine beachtliche Menge an Trinkwasser eingespart. Gleichzeitig stellt die Verwendung von Grauwasser und dessen natürlichen Filtrationsprozess zur Aufbereitung und Wiederverwendung eine Ressourcen-technische Synergie dar, die bereits vorhandene Wasserressourcen nutzt und gleichzeitig reinigt. Das aufbereitete Grauwasser kann für eine erneute Verwendung in unterschiedlichen Bereichen wiederverwendet werden. Zudem unterstützt das vorgestellte NASS als vertikales Retentionssystem den Wasserrückhalt und verhindert eine hohe Belastung der Kanalisation. Gleichzeitig erfolgt über die Transpiration der Pflanzen eine Verdunstung von Wasser und leistet eine kühlende Umgebungswirkung. Die Pflanzenauswahl setzt sich aus lokalen Pflanzenarten zusammen, welche einen natürlichen Lebensraum für einheimische Vögel und Insekten bietet und durch ihre Wechselwirkungen zur lokalen Artenvielfalt beiträgt.